Platzvielfalt im GC Rheinhessen: Von vorne zum Erfolg
Golf soll Spaß machen. Genau darum geht es beim Projekt „Platzvielfalt“. Nicht das Spiel zu erleichtern oder das Handicap zu verbessern steht im Vordergrund, sondern dass jede Runde echte Par-Chancen bietet und damit mehr Freude bereitet.
Konkret bedeutet das: Die neuen Abschlagsoptionen auf dem Hofgut Wißberg ermöglichen künftig eine Platzlänge, die zum eigenen Spielniveau passt. Der Golfclub Rheinhessen ist einer von bundesweit 40 Clubs, die an der zweiten Pilotphase der gemeinsamen Initiative von DGV und PGA of Germany teilnehmen, bevor das System flächendeckend eingeführt wird.
Zur Einordnung: In vielen Ländern ist dieses Konzept längst etabliert. Die PGA of America und die USGA verfolgen vergleichbare Ansätze bereits seit 2011.

Was ist „Platzvielfalt“?
Hinter dem Namen steckt ein einfacher Gedanke: Golfplätze sollen fairer und spielgerechter werden. Dazu lösen wir uns von der Konvention, Abschläge starr nach Geschlecht oder Alter zuzuweisen, und führen eine differenzierte Struktur mit sechs Abschlägen – A bis F – ein. Das Ziel ist eine bessere Orientierung für alle Spielstärken sowie ein optimales Spieltempo.
Wichtig zu verstehen ist dabei: Es geht nicht darum, das Spiel leichter zu machen. Wer künftig von einem kürzeren Abschlag spielt, wird sein Handicap nicht einfacher erreichen. Wer sein Handicap spielen kann, kann das von jedem der sechs Abschläge. Der Unterschied liegt also nicht im Ergebnis, sondern im Erlebnis.
Warum wir mitmachen!
Die Teilnahme an der Pilotphase ist ein Bekenntnis zur Weiterentwicklung des Golfsports. Mit Platzvielfalt können Spielerinnen und Spieler denselben Platz von unterschiedlichen Abschlagspositionen spielen – jederzeit, regelkonform und vorgabewirksam auf Basis offizieller Ratings. Es geht darum, dass die Platzkonfiguration besser zur eigenen Schlagweite passt und die Runde somit mehr Freude bereitet.

Wer von Abschlägen spielt, die zu seiner Schlagweite passen, hat häufiger realistische Chancen auf Par oder Birdie. Bälle bleiben öfter im Spiel, aufwändige Suchaktionen entfallen und die Runde bleibt in einem angenehmen Rhythmus. Das kommt Einsteigern ebenso zugute wie erfahrenen Spielern, die eine neue Perspektive auf einen vertrauten Platz suchen.
Das Ziel
- tiefere Scores
- mehr getroffene Fairways und Grüns
- höhere Spielfreude
- schnellere Runden
- mehr Erfolgserlebnisse
Brutto vs. Netto
Wählt man einen kürzeren Abschlag, erscheint der Kurs leichter, allerdings sinkt die Spielvorgabe (Handicap). Das Brutto-Ergebnis zeigt die reine Schlagzahl, während das Netto-Ergebnis die Vorgabe berücksichtigt. Im Brutto wird das gespielte Ergebnis mit dem Course Rating (CR) in Relation gesetzt, so dass sowohl ein Netto-Ergebnis als auch ein Brutto-Ergebnis von unterschiedlichen Abschlägen verglichen werden kann.
Was sich konkret auf unserem Platz ändert?
Wir führen eine neue Abschlagslogik mit den Kategorien A bis F ein. Welche Kategorie Sie wählen, bleibt wie bisher Ihre Entscheidung. „Platzvielfalt” unterstützt Sie dabei, den zu Ihren Fähigkeiten (Schlaglänge) passenden Abschlag zu finden.
Unsere Abschlagsampel: Ihre Orientierungshilfe
An Tee 1, Tee 10 und weiteren Stellen finden Sie künftig unsere Abschlagsampel.
Sie zeigt Ihnen, welche Abschläge für Sie optimal sind:
- Grün: Gute Empfehlung, passt meist sehr gut.
- Gelb: Sportliche und herausfordernde Wahl.
- Rot: Eher unpassend – die Runde könnte unnötig schwer bzw. lang werden.
In 3 Schritten zum passenden Abschlag – die Handhabung ist unkompliziert:
Bei Privatrunden können Sie den Abschlag jederzeit wechseln, etwa je nach Tagesform oder wenn Sie eine entspanntere Runde spielen möchten.
Wichtig für Turniere bzw. RPR-Runden: Der Abschlag wird vorab bei der Anmeldung festgelegt und gilt für die gesamte Runde, sofern die Ausschreibung keine abweichende Regelung vorsieht.
Wir wünschen viel Spaß beim Testen, Erkunden und Ausprobieren!
Ihr GCR-Team
FAQ zum Pilotprojekt „Platzvielfalt”
#Platzvielfalt steht für sechs neutrale Abschlagspositionen von A bis F, die unabhängig von Geschlecht und Alter an die individuelle Schlaglänge angepasst sind.
Die wichtigsten Verständnisfragen dazu werden in diesem FAQ beantwortet:
- zur Grundidee
- zur Abschlagswahl
- zu Handicap und Rating
- sowie zu Turnieren und Privatrunden
Die Antworten trennen gesicherte Fakten von offenen Punkten. Was der Pilot bereits zeigt und was erst nach Saisonende feststeht, ist hier klar unterschieden. Ergänzend dazu finden Sie die Ergebnisse der ersten Mitgliederbefragung.
Stand: September 2026
Grundidee und passende Herausforderung
Was ist die Kernidee der Platzvielfalt?
Die Platzvielfalt bietet sechs neutrale Abschlagspositionen von A bis F. Dadurch kann die Platzlänge stärker an der individuellen Schlaglänge und der gewünschten sportlichen Herausforderung ausgerichtet werden – unabhängig von Geschlecht oder Alter.
Warum reicht das Handicap nicht aus?
Das Handicap gleicht Ergebnisse rechnerisch aus, verändert aber nicht die tatsächlich zu spielende Länge. Die Abschlagswahl gestaltet die physische Herausforderung; das Handicap ermöglicht anschließend die rechnerische Vergleichbarkeit.
Soll Platzvielfalt Golf möglichst leicht machen?
Nein. Ziel ist eine passende Herausforderung. Hindernisse, strategische Entscheidungen und sportlicher Anspruch bleiben Teil des Spiels. Unterschiedliche Abschläge sollen vergleichbare Spielsituationen für unterschiedliche Schlaglängen ermöglichen.
Bedeutet eine größere Driver-Weite automatisch eine höhere Spielstärke?
Nein. Schlaglänge und Spielstärke sind nicht dasselbe. Präzision, Konstanz, Annäherungen, kurzes Spiel und Putten bleiben entscheidend. Die typische Schlaglänge ist für die passende Platzlänge relevant, aber nicht das alleinige Maß des Golfspiels.
Abschlagswahl und Orientierung
Schreibt die Abschlagsampel einen Abschlag vor?
Nein. Die Ampel ist eine Orientierungshilfe: Grün kennzeichnet eine meist passende Empfehlung, Gelb eine sportliche Wahl und Rot eine voraussichtlich besonders anspruchsvolle beziehungsweise lange Runde.
Kann ich bewusst einen längeren oder kürzeren Abschlag wählen?
Ja. Die Wahl bleibt frei. Tagesform, Wetter, Trainingsziel, Flight und gewünschte Herausforderung können berücksichtigt werden. Ein längerer Abschlag kann bewusst sportlich gewählt werden; ein kürzerer kann realistischere Spielsituationen ermöglichen.
Warum gibt es sechs Positionen statt der bisherigen Farbabschläge?
Die sechs Positionen erweitern die Auswahl und lösen sie von der traditionellen Zuordnung nach Geschlecht oder Alter. So können mehr Mitglieder eine Platzlänge wählen, die zu ihrer Schlaglänge und gewünschten Herausforderung passt.
Handicap, Rating und Ergebnisse
Verbessert ein kürzerer Abschlag automatisch mein Handicap?
Nein. Jeder Abschlag ist separat vermessen und geratet. Mit der Platzlänge verändert sich auch die Spielvorgabe. Ein kürzerer Abschlag bedeutet daher nicht automatisch ein besseres Nettoergebnis oder eine leichtere Handicapverbesserung.
Sind die A–F-Abschläge offiziell geratet?
Ja. Alle sechs Abschläge sind offiziell vermessen und geratet. Handicaprelevante Ergebnisse können regelkonform von den jeweiligen Positionen gespielt werden.
Gibt es Hinweise darauf, dass das Rating nicht stimmt?
Die Auswertung der Spielergebnisse hat begonnen; ein Abschlussbefund liegt noch nicht vor. Bislang sehen wir keine Indikatoren dafür, dass das Rating nicht stimmt oder einzelne Abschläge systematisch zu besseren Nettoergebnissen führen. Die Analyse wird bis zum Abschluss des Piloten fortgeführt.
Sind Nettoergebnisse unterschiedlicher Abschläge vergleichbar?
Grundsätzlich ja. Course Rating, Slope-Wert und Spielvorgabe sind dafür vorgesehen. Rechnerische Vergleichbarkeit bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Berechnung für alle unmittelbar verständlich ist.
Ist ein bei uns erzieltes Handicap auch auf anderen Plätzen gültig?
Ja. Der Handicap-Index wird auf jedem Platz anhand des dort gewählten Abschlags, Course Ratings und Slope-Werts in eine Spielvorgabe umgerechnet. Andere Clubs können jedoch andere oder weniger passende Abschlagslängen anbieten.
Gemeinsames Spiel und Turniere
Können Mitglieder eines Flights unterschiedliche Abschläge spielen?
Ja. Jede Person kann einen eigenen Abschlag wählen; die Spielvorgabe wird für den jeweils gewählten Abschlag ermittelt. Die erste Befragung zeigt, dass unterschiedliche Abschläge in der großen Mehrheit der Flights akzeptiert werden.
Was gilt in Privatrunden?
In normalen Privatrunden kann der Abschlag nach Tagesform, Trainingsziel oder gewünschter Herausforderung gewählt werden. Soll die Runde handicaprelevant sein, gelten die Vorgaben für die Festlegung und korrekte Erfassung des Abschlags.
Was gilt bei Turnieren und RPR-Runden?
Der Abschlag wird grundsätzlich vor der Runde festgelegt und gilt für die gesamte Runde, sofern die Ausschreibung nichts anderes vorsieht. Maßgeblich ist die zum gewählten Abschlag gehörende Spielvorgabe.
Wie wird die Bruttowertung bei unterschiedlichen Abschlägen ermittelt?
Im Piloten gilt derzeit folgende Regelung: Wir spielen dafür ein Zählspiel mit einem Höchstergebnis von elf Schlägen je Loch. Da die Abschläge unterschiedliche Course Ratings haben, wird das jeweilige Course Rating bei der gemeinsamen Bruttowertung berücksichtigt. Damit soll die unterschiedliche Schwierigkeit der gewählten Abschläge ausgeglichen werden. Die Platzierung ergibt sich deshalb nicht allein aus der Summe der tatsächlich gespielten Schläge. Um das zu erreichen, müssten alle von einem Abschlag spielen. Bei einer Einführung werden wir dieses Verfahren überdenken.
Welche Nachteile hat dieses Verfahren?
Die bisherigen Erfahrungen aus dem Piloten zeigen zwei erkennbare Nachteile. Durch den Max-Score von elf Schlägen müssen einzelne Bahnen unter Umständen länger zu Ende gespielt werden; das kann Turniere verlangsamen. Zugleich kann die Berücksichtigung des Course Ratings dazu führen, dass die Rangfolge nicht unmittelbar den absoluten Schlagzahlen entspricht. Das ist rechnerisch erklärbar, aber weniger intuitiv. Die Kritik betrifft damit das Turnierformat, nicht die freie Abschlagswahl oder die Richtigkeit des Ratings. Bei einer Einführung werden wir das Verfahren daher überdenken.
Was gilt für Matchplay und Vierer?
Für die Zeit nach dem Piloten gilt: Auch bei Matchplay und Vierern können unterschiedliche Abschläge regeltechnisch berücksichtigt werden. Weil sich je nach Spielform unterschiedliche Fragen zur Schlagverteilung und Abschlagswahl ergeben, muss die jeweilige Ausschreibung eindeutig festlegen, welche Abschläge zur Verfügung stehen und wie die Spielvorgaben angewendet werden.
Spielfluss und Spielerlebnis
Macht die Platzvielfalt die Runden schneller?
Nach dem bisherigen Stand des Piloten lässt sich das nicht abschließend beantworten. Passende Abschläge können Schläge, Ballverluste und Suchzeiten reduzieren. Mehrere Positionen im Flight können zugleich zusätzliche Wege und Abstimmungen verursachen. Der Spielfluss wird weiter beobachtet.
Soll Platzvielfalt vor allem für möglichst schnelle Runden sorgen?
Nein. Ein besserer Spielfluss ist nur eines von mehreren Zielen. Ebenso wichtig sind passende Herausforderungen, realistischere Spielsituationen, Spielfreude, Abwechslung und ein besserer Zugang für unterschiedliche Schlaglängen.
Müssen alle dieselbe Vorstellung von einer gelungenen Runde haben?
Nein. Das ist eine persönliche Wertung: Einige wünschen sich realistische Par-Chancen; andere möchten den Platz bewusst möglichst lang und schwierig spielen. Beide Erwartungen sind legitim. Ob die zusätzliche Wahlmöglichkeit insgesamt als Bereicherung empfunden wird, ist keine reine Sachfrage.
Pilot und mögliche Dauerlösung
Ist der heutige Zustand die geplante Dauerlösung?
Nein. Die derzeitigen Abschläge, Markierungen und Beschilderungen gehören zur Pilotphase. Es war von Anfang an vorgesehen, eine mögliche Dauerlösung professionell auszugestalten.
Wie würde eine professionelle Dauerlösung aussehen?
Das bleibt bis zur Entscheidung offen. Zu einer professionellen Dauerlösung würden hochwertige und ebene Abschlagsflächen, dauerhafte Markierungen, eine klare Beschilderung und eine fachliche Prüfung der einzelnen Positionen gehören. Die konkrete Ausgestaltung setzt eine positive Grundsatzentscheidung voraus.
Werden Bunker, Sichtachsen und Platzcharakter berücksichtigt?
Das bleibt bis zur Entscheidung offen. Hinweise zur Wirkung einzelner Positionen sind fachlich relevant. Bei einer möglichen Dauerlösung müssten die Abschläge auch unter platzarchitektonischen und spielstrategischen Gesichtspunkten geprüft werden.
Warum werden die provisorischen Abschläge nicht schon jetzt ausgebaut?
Ein professioneller Ausbau würde Investitionen und dauerhafte Eingriffe voraussetzen. Diese sollen nicht erfolgen, bevor feststeht, ob und in welcher Form das Konzept fortgeführt wird.
Ist die dauerhafte Einführung bereits beschlossen?
Nein. Nach Abschluss der Saison werden beide Befragungen, die Erfahrungen aus dem Spielbetrieb, die Ergebnisanalyse sowie weitere sportliche und organisatorische Erkenntnisse zusammengeführt. Erst danach wird beraten.
Zweite Befragung und Entscheidung
Warum gibt es eine zweite Mitgliederbefragung?
Die erste Befragung fand nach rund drei Monaten statt. Die zweite soll ein detaillierteres Stimmungsbild nach einer vollständigen Saison liefern und zeigen, welche Bewertungen stabil geblieben sind oder sich verändert haben.
Wird mit der zweiten Umfrage über die Platzvielfalt abgestimmt?
Die zweite Befragung ist ein wichtiges Stimmungsbild, aber nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage. Sie ersetzt weder Ergebnisanalyse noch sportliche, organisatorische und gegebenenfalls platzfachliche Prüfung.
Was geschieht bis zur zweiten Umfrage?
Der Pilot läuft in seiner bestehenden Form weiter. Die Ergebnisanalyse wird fortgesetzt und der Spielfluss weiter beobachtet. Weitere Veränderungen oder eine professionelle bauliche Ausgestaltung sind vorher nicht vorgesehen.
Welche Fragen kann auch dieses FAQ nicht beantworten?
Das bleibt bis zur Entscheidung offen. Ein FAQ kann Regeln und Sachverhalte erklären. Es entscheidet nicht, welches Golfverständnis bevorzugt wird, wie Tradition und Wahlfreiheit gewichtet werden oder ob die Vorteile die Nachteile insgesamt überwiegen. Diese Fragen bleiben Teil der späteren Gesamtbewertung.
Ausblick und Unterstützung durch unsere Pros
Unsere PGA-Professionals stehen für Fragen zum Projekt zur Verfügung. Da sie das Abschlagsvermögen ihrer Schülerinnen und Schüler kennen, können sie dabei helfen, die eigene Schlagweite objektiv einzuschätzen.
Wer möchte, kann das Konzept bei der nächsten Privatrunde einfach ausprobieren, zum Beispiel von einem „grünen” Abschlag gemäß der Ampellogik. Rückmeldungen dazu sind willkommen.


